Fall Patrick Fischer: Wie fehlende Perspektiven und Schönfärberei eine Krise verschärfen können

Wie fehlende Perspektiven und Schönfärberei eine Krise verschärfen können

Die Causa Fischer zeigt auf schmerzhafte Weise, wie Krisen aus dem Ruder laufen: Mit einem gefälschten Covid-Zertifikat hat sich der Trainer der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft selbst in die Bredouille gebracht – danach folgte Ping-Pong-Kommunikation statt einer Strategie: reaktiv statt proaktiv, widersprüchlich statt klar. Am Ende hat die Kommunikation von Verband und Trainer die Sache nicht beruhigt, sondern zusätzlich angeheizt.


Mit dem Kauf des gefälschten Covid-Zertifikats hat sich der Schweizer Eishockeytrainer Patrick Fischer in eine schwierige Lage manövriert. Als nach dem Versprecher vor dem Schweizer Fernsehen klar wurde, dass die Geschichte ohnehin öffentlich würde, hat er den Moment für einen starken Auftritt verpasst: Verantwortung übernehmen, Rücktritt anbieten – zum Wohle der Mannschaft. Also genau die Haltung, die er von seinen Spielern so vehement eingefordert hat. 
 

Kommunikation des Schweizer Eishockeyverbands
Auch die Kommunikation des Schweizer Eishockeyverbands ist ein klassischer Kommunikations-Fail: Innenperspektive first, Aussenwirkung eher so «wird schon nicht eskalieren». Dazu der Versuch der Schönfärberei, Fischer habe mit dem (erzwungenen) Statement «Grösse gezeigt». Verständlich, dass der Verband eine so wichtige Figur wie Patrick Fischer halten wollte – dabei hat er unterschätzt, wie schnell ein schlecht analysierter Case eskalieren kann.

Dabei wären genau diese Fragen wichtig gewesen:

  • Wie reagiert die IIHF, wenn so ein Fall plötzlich international auf dem Tisch liegt? 
  • Was bedeutet die Geschichte für die als grosses Fest geplante Weltmeisterschaft in der Schweiz, wenn die Causa Fischer plötzlich mehr Aufmerksamkeit erhält als das sportliche Geschehen?


Unser Fazit
In der Krise braucht es immer eine Aussenperspektive. Glaubwürdigkeit entsteht durch saubere Analyse, Szenarioplanung, Klarheit und Ehrlichkeit – und durch den Mut, Verantwortung sichtbar zu übernehmen. Wer im eigenen Bubble-Denken hängen bleibt, verliert am Ende die Kontrolle über die Story.

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