28. November 2025
XBRL im ESG-Reporting
Was genau bedeutet die Abkürzung XBRL? Und welche Rolle spielt das sogenannte XBRL-Tagging bei der Realisation von Nachhaltigkeitsberichten? Die Fakten im Überblick.
28. November 2025 – Die Abkürzung XBRL steht für «extensible Business Reporting Language» – ein globaler Standard für die Übertragung von Finanz- und Geschäftsdaten. Ein in XBRL aufbereitetes Dokument lässt sich von entsprechenden Maschinen lesen. Der Vorteil: Wichtige Umwelt-, Sozial- und Governance-Daten (ESG) lassen sich dadurch unabhängig von der Branche und der Grösse eines Unternehmens vergleichen.
Und genau diese Möglichkeit zum aufschlussreichen Vergleich erhofft sich die EU mit der Pflicht zum XBRL-Reporting im Umweltbereich. Auch wenn ein Technologieunternehmen wohl immer mehr Energie verbrauchen wird als ein Dienstleistungsanbieter – dank XBRL liesse sich ihre relative Umweltperformance objektiv vergleichen. Es könnte also sein, dass der Dienstleistungsanbieter relativ gesehen weniger umweltfreundlich ist als der Technologiekonzern. Dank XBRL-Taxonomien würden solche Vergleiche ansatzweise möglich. Soweit zumindest das Ideal.

Die Pflicht zum XBRL-Format ist Teil der zurzeit heftig diskutierten Nachhaltigkeitsreportingvorschriften innerhalb der EU. Stand heute sieht es so aus, dass sehr viel weniger Unternehmen nach XBRL berichten müssen als ursprünglich angenommen. Nämlich nur sehr grosse und umsatzstarke Gruppen und Konzerne.
Müssen Schweizer Unternehmen Nachhaltigkeitsdaten nach XBRL rapportieren?
Die seit 2025 geltende Schweizer Klimaverordnung verlangt Maschinenlesbarkeit auch von vielen Schweizer Unternehmen, abhängig von deren Grösse und Umsatz. Das bedeutet: Der erste maschinenlesbare Bericht müsste eigentlich im Jahr 2026 für das Geschäftsjahr 2025 veröffentlicht werden. Müsste …
Am 22. September 2025 bestätigte der Bundesrat in seiner Antwort auf eine parlamentarische Anfrage, dass Unternehmen vorerst auf die maschinenlesbare Aufbereitung der Geschäftsberichte verzichten können, sofern sie dies nachvollziehbar begründen.
Aber ...
verfügt ein Unternehmen jedoch über eine grössere Niederlassung im EU-Raum muss es sich auch nach EU-Recht orientieren und einen entsprechenden Bericht erstellen. Zumindest war dies noch bis vor wenigen Monaten vorgesehen. Denn auch auf europäischer Ebene hat sich die Pflicht zu XBRL bis dato nicht wirklich durchgesetzt. Gegner befürchten einen zu grossen Aufwand – insbesondere für kleinere Unternehmen. Strittig ist also vor allem die Frage, ab welcher Grösse die neuen Regelungen im Bereich des Nachhaltigkeitsreporting für ein Unternehmen mit Sitz in der EU gilt. Zoebeli Communications bleibt hier auf jeden Fall am Ball.
Davon unabhängig stellen sich Unternehmen eine Reihe technischer Fragen zu XBRL:
Wie schreibt man XBRL?
Die Integration von XBRL in ein Dokument erfordert spezielle technische beziehungsweise programmiererische Fachkenntnisse. Am Anfang ist es am einfachsten, hier einen externen, technischen Spezialisten beizuzuziehen. Grössere Unternehmen in der EU verfügen inzwischen über eigene XBRL-Spezialisten, auch weil fachliche Inhalte und Technik eng miteinander verzahnt sind.

Wie sieht XBRL aus?
Die Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten. Denn von blossem Auge ist einem Dokument nicht anzusehen, ob es nach XBRL getaggt ist oder nicht. Lediglich mit den entsprechenden Maschinen lassen sich die hinterlegten Informationen lesen. Sie erscheinen dann wie in diesem Beispielbild neben dem Originaltext.
Was genau heisst Tagging im Zusammenhang mit XBRL?
Einzelne Daten des Berichts werden mit Zusatzinformationen hinterlegt. Das Regelwerk der EU zum ESG-Reporting weist rund 1200 Datenpunkte auf. Ein Unternehmen muss aber nur die Datenpunkte ausweisen, die für seinen Spezialfall relevant sind. Getaggt werden sowohl Zahlen als auch allgemeine Aussagen.
Worin unterscheiden sich XBRL-Standard und XBRL-Taxonomie?
Der XBRL-Standard ist als übergeordneter Begriff zu verstehen. XBRL ist ein international anerkannter und bewährter Standard. Im Rahmen der Finanzberichterstattung wird er in den USA aber auch in der EU seit längerem eingesetzt. In der EU beispielsweise ist XBRL-Tagging für Finanzberichte seit 2020 verpflichtend.
Eine Taxonomie definiert die verschiedenen Elemente, die dabei berücksichtig werden müssen. Bisher gab es solche Taxonomien im Finanzbereich. Neu sollen sich auch im Nachhaltigkeitsbereich vorliegen. Elemente, die darin definiert werden, sind zum Beispiel der Namen eines Unternehmens, die Anzahl Mitarbeitende, Umsatz, Gewinn, aber auch Energieverbrauch und Fluktuationsrate bei den Mitarbeitenden. Nachhaltigkeitsdaten und Finanzdaten wachsen zunehmend zusammen.
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